Autor: admin

  • Pressetermin am 20.04.2026

    Für den 20.04. um 11 Uhr hatte sich die Bochumer Lokalredaktion der WAZ angekündigt. In der Nachbarschaft der Schattbachstraße und den angrenzenden Straßen sprach sich das schnell herum. Natürlich konnten nicht alle Menschen kommen, da die meisten am Vormittag arbeiten oder zur Schule gehen. Dennoch kam eine beachtliche Zahl von Nachbarn und Interessierten relativ spontan zusammen, um für Pressefotos bereitzustehen oder mit dem Redakteur Gernot Noelle zu sprechen.

    Treffpunkt war das südliche Ende des Hustadtrings.

    Treffen am südlichen Hustadtring
    © Martin Heuser – Treffen am südlichen Ende des Hustadtrings

    Nach kurzer Zeit wurden wenige Meter weiter vor dem Hintergrund des Wäldchens im rückbaubedrohten Straßen-„Ohr“ die ersten Pressefotos gemacht.

    Weiter ging es die Lise-Meitner-Straße hinauf.

    Weg zum Fototermin
    © Martin Heuser – Auf dem Weg zur „Wiese“

    Die Wiese, also das flächenmäßig größte Areal im Bebauungsplan Nr. 1039, bot den Hintergrund für die nächsten Fotos des WAZ-Fotografen.

    Aufstellen zum Foto
    © Martin Heuser – Fototermin am Rande der Wiese

    Zahlreiche Plakate und Schilder – teils selbst gezeichnet, aber auch ausgedruckt – wurden dabei in die Kamera gehalten, um die Kernbotschaften deutlich zu machen:

    Stopp1039
    © Martin Heuser – Die Botschaft ist klar: Der Bebauungsplan Nr. 1039 darf so nicht umgesetzt werden

    Der Bebauungsplan Nr. 1039 darf so nicht in die Umsetzung kommen. Nicht mit uns!

    Aufbruch statt Stillstand
    © Martin Heuser – Aufbruch statt Stillstand

    Für einen ganz normalen Montagmorgen war der Pressetermin ein großer Erfolg. Danke an alle, die teilgenommen haben!

    Und hier geht es zum Artikel der WAZ (Paywall):

    „Wohnviertel wird überlastet“: Anwohner kämpfen gegen Baupläne in Bochumer Vorort

    Am 21.04. erschien der Artikel prominent im Lokalteil Bochum der WAZ-Online.

  • Die Wiese

    Wiese am TQ, Bodenfrost
    © Martin Heuser, Wiese am TQ mit Bodenfrost

    Am östlichen Rande des Technologiequartiers und nördlich angrenzend an das Königsbüscher Wäldchen liegt die ca. 3 Hektar große Wiese, die nach den Plänen der Verwaltung im Zuge der Erweiterung des Technologiequartiers weiteren Gewerbeflächen weichen soll.

    Areal, das bebaut werden soll
    © Openstreetmaps – Mitwirkende, https://openstreetmap.de/

    Die Fläche besitzt aufgrund ihrer Größe, Strukturvielfalt und extensiven Nutzung einen hohen ökologischen Wert. Sie dient als Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Bodenlebewesen, und ist ein wichtiger Rückzugsort für Vögel und Amphibien. In manchen Jahren ist hier der Neuntöter zu Gast, der in der südlichen Hälfte Afrikas überwintert. Für Turmfalke und Bussard ist die Wiese ein wichtiges verbleibendes Jagdgebiet – insbesondere im Hinblick darauf, dass das TQ in den letzten Jahren immer näher an Kalwes und Königsbüscher Wäldchen gerückt sind.

    Besonders bedeutsam ist ihre Funktion als ökologischer Lückenschluss zwischen Kalwes, dem Königsbüscher Wäldchen und dem mittleren Ölbachtal in Richtung Laer. Durch diese Verbindung sind die Lebensräume auf der Nord-Süd-Achse so vernetzt, dass Arten zwischen ihnen wandern und sich genetisch austauschen können. Das sieht auch das Landesumweltamt so und stuft die Wiesenfläche als Verbundfläche ein. Die Bodenfunktionskarte der Stadt Bochum1 bewertet das Gebiet als wertvoll (zweithöchste Kategorie).

    Regenwasserrückhalt
    © Martin Heuser, Regenwasserrückhalt, artenreicher Lebensraum

    Regenwasser wird über einen Graben an der Nord und Ostseite des TQs aufgefangen und in einen Rückhaltebecken geleitet. Dieser hat sich über die Jahre zu einem artenreichen Lebensraum für Amphibien entwickelt. Es ist ein regelmäßiges Laichgebiet des Feuersalamanders.

    Wiese am TQ, Bodenfrost
    © Martin Heuser, Bäume auf der TQ Wiese

    Der bereits seit dem Jahr 2000 rechtswirksame Bebauungsplan Nr. 281N2 weist Teile des Wiesengebiets als Ruderalfläche aus. Der größte Teil der Fläche sollte plangemäß zum Waldgebiet werden. Das wurde scheinbar nicht umgesetzt. Was man sehen kann sind Baumplanzungen, Obst- und Walnussbäume beispielsweise, die der Wiese ihren besonderen Charakter geben. Anders als die Wiesenflächen südlich des Königsbüscher Wäldchens wird die Fläche nicht bewirtschaftet oder gemäht und nur selten mit Schafen beweidet. So wachsen dort zahlreiche Hochstaudengewächse, die eine große Vielfalt an Insekten anzieht.
    Wer seltene Schmetterlingsarten in Bochum sucht, wird hier fündig.

    TQ Wiese mit Schafen
    © Martin Heuser, Wiese am TQ, Beweidung durch Schafe

    Für das lokale Klima kommt der Wiesenfläche eine weitere besondere Bedeutung zu. Das lässt sich sogar beziffern. In den immer heißeren Sommern wirkt das Areal laut Stadt3 mit einer Bodenkühlleistung von 300-350 kWh/m² gegen die Aufheizung. Nur das Naturschutzgebiet im Königsbüscher Wäldchen hat eine höhere Kühlleistung zu bieten. Es erscheint paradox, dass einerseits darüber nachgedacht wird private „Steinvorgärten“ aus Klimaschutzgründen zu verbieten, während hier auf einen Streich 3 Hektar ökologisch bedeutsame Kühlfläche verschwinden soll.

    Quellen:

    1. Stadt Bochum Geoportal, Umwelt und Klima ↩︎
    2. Stadt Bochum, Bebauungsplan 0281N,
      Plandetails | Stadt Bochum ↩︎
    3. Stadt Bochum, Umwelt und Klima,
      Umwelt und Klima ↩︎
  • Das südliche „Ohr“

    Das Wort Ohr bezeichnet hier die annähernd ovale Fläche, die durch die Auf- und Abfahrt von Hustadtring zur Universitätsstraße begrenzt wird. Gleichzeitig besteht ein Abzweig zur Lise-Meitner-Allee, also ins TQ.

    © OpenStreetMap-Mitwirkende, https://www.openstreetmap.org/

    Der Bebauungsplan 1039 der Stadt Bochum sieht vor, dass diese Auffahrt rückgebaut wird. Die Fläche im „Ohr“ soll dann bebaut werden. Dort stehen momentan vermutlich einige Hundert Bäume.

    Bäume im südlichen "Ohr"
    © Martin Heuser, Bäume im „südlichen Ohr“

    Für diese Bäume sowie für die Bäume der anderen Bebauungsflächen sollen Ersatzpflanzungen geschaffen werden.

    Unvermeidbare Beeinträchtigungen sind durch funktional gleichartige und -wertige Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege am Eingriffsort (Ausgleichsmaßnahmen) oder in dem durch den Eingriff betroffenen Raum (Ersatzmaßnahmen) zu kompensieren.

    (Eingriffsregelung | Bezirksregierung Düsseldorf)

    Funktional gleichwertig bedeutet im Regelfall, dass die Ersatzfläche deutlich größer ist, als die Eingriffsfläche.

    Wald im "Ohr"
    © Martin Heuser, Bäume im „südlichen Ohr“, links der Abzweig zum TQ

    Als Bürgerinitiative fordern wir darüber hinaus, dass diese Ersatzflächen siedlungsnah geschaffen werden. Für das lokale Klima nutzt uns keine Aufforstung im Münsterland. Gleiches gilt für die Naherholung.

  • Die Schattbachstraße

    Schattbachstraße im Herbst, Ahornbäume
    © Martin Heuser, Schattbachstraße im Herbst

    Amt für Stadtplanung und Wohnen: Keine Anwohnerstraße

    Schaut man nach Hausnummern, hat die Schattbachstraße nur wenige unmittelbare Anwohner in dem relevanten Straßenabschnitt. Es gibt dort die Hausnummern 1,2,3,4,6 und 8. Außer Acht lässt diese Betrachtung, dass die Mehrheit der angrenzenden Grundstücke ihre Anschrift in den Parallelstraßen haben: Paracelsusweg und Äskulapweg auf der Südostseite, Albert-Schweitzer-Straße, Sauerbruchstraße, Virchowstraße und Pettenkoferweg auf der Nordwestseite. Insgesamt werden so aktuell midestens 170 Menschen unmittelbar von den Folgen des erhöhten Verkehrsaufkommens betroffen sein.

    © OpenStreetMap-Mitwirkende https://www.openstreetmap.org

    Legt man die topographischen Gegebenheiten zugrunde, dürfte die Zahl derjenigen, die vom Verkehrslärm betroffen sind, noch viel größer sein. An der Nordwestseite steigt das Gelände an, so dass der Schall dort weiter trägt.

    Amt für Stadtplanung und Wohnen: Eine Verkehrszunahme um nur 40% ist zu bewältigen

    Eine nicht näher genannte Voruntersuchung der Stadtverwaltung prognostiziert für den betroffenen Teil der Schattbachstraße ein erhöhtes Aufkommen von 40%. Was das in absoluten Zahlen bedeutet ist unbekannt. Auch heute ist der Verkehr in Spitzenzeiten eine Belastung für die Anwohner. Was gilt als zumutbar und was nicht? Wie soll der Radverkehr sicher geführt werden? Auch das sind Fragen auf die es keine Antworten gibt.

    © Martin Heuser, Schattbachstraße , der „U-Turn“ an der Einmündung zur Lise-Meitner-Allee (links)

    Die Anbindung der Universitätstraße an die Schattbachstraße muss um nördliche Anbindungen ergänzt werden.

    Die Planung aus den Sechzigerjahren sah vor, dass der Verkehr von der Universitätsstraße zur Hustadt über den anwohnerfreien Hustadtring läuft. Daher „fehlen“ die Anschlüsse nach Norden zur Schattbachstraße. Eine beliebte Abkürzung ist daher der „U-Turn“ an der Einmündung zur Lise-Meitner-Allee. Die Anschlüsse in Richtung Fachhochschule, Lennershofviertel und TQ sind hingegen gut ausgebaut.

    Die heutigen Planer scheinen diese anwohnerfreundlichen Planungsprämissen vergessen zu haben und sinnieren stattdessen über Ampeln und Kreisverkehre, um die Nordanbindung durch das Wohngebiet zu ermöglichen. Genauere Aussagen gibt es dazu momentan aber auch nicht. Hier fordert die Bürgerinitiative eine präzise Nachschärfung.