Die Wiese

Wiese am TQ, Bodenfrost
© Martin Heuser, Wiese am TQ mit Bodenfrost

Am östlichen Rande des Technologiequartiers und nördlich angrenzend an das Königsbüscher Wäldchen liegt die ca. 3 Hektar große Wiese, die nach den Plänen der Verwaltung im Zuge der Erweiterung des Technologiequartiers weiteren Gewerbeflächen weichen soll.

Areal, das bebaut werden soll
© Openstreetmaps – Mitwirkende, https://openstreetmap.de/

Die Fläche besitzt aufgrund ihrer Größe, Strukturvielfalt und extensiven Nutzung einen hohen ökologischen Wert. Sie dient als Lebensraum für eine Vielzahl von Insekten und Bodenlebewesen, und ist ein wichtiger Rückzugsort für Vögel und Amphibien. In manchen Jahren ist hier der Neuntöter zu Gast, der in der südlichen Hälfte Afrikas überwintert. Für Turmfalke und Bussard ist die Wiese ein wichtiges verbleibendes Jagdgebiet – insbesondere im Hinblick darauf, dass das TQ in den letzten Jahren immer näher an Kalwes und Königsbüscher Wäldchen gerückt sind.

Besonders bedeutsam ist ihre Funktion als ökologischer Lückenschluss zwischen Kalwes, dem Königsbüscher Wäldchen und dem mittleren Ölbachtal in Richtung Laer. Durch diese Verbindung sind die Lebensräume auf der Nord-Süd-Achse so vernetzt, dass Arten zwischen ihnen wandern und sich genetisch austauschen können. Das sieht auch das Landesumweltamt so und stuft die Wiesenfläche als Verbundfläche ein. Die Bodenfunktionskarte der Stadt Bochum1 bewertet das Gebiet als wertvoll (zweithöchste Kategorie).

Regenwasserrückhalt
© Martin Heuser, Regenwasserrückhalt, artenreicher Lebensraum

Regenwasser wird über einen Graben an der Nord und Ostseite des TQs aufgefangen und in einen Rückhaltebecken geleitet. Dieser hat sich über die Jahre zu einem artenreichen Lebensraum für Amphibien entwickelt. Es ist ein regelmäßiges Laichgebiet des Feuersalamanders.

Wiese am TQ, Bodenfrost
© Martin Heuser, Bäume auf der TQ Wiese

Der bereits seit dem Jahr 2000 rechtswirksame Bebauungsplan Nr. 281N2 weist Teile des Wiesengebiets als Ruderalfläche aus. Der größte Teil der Fläche sollte plangemäß zum Waldgebiet werden. Das wurde scheinbar nicht umgesetzt. Was man sehen kann sind Baumplanzungen, Obst- und Walnussbäume beispielsweise, die der Wiese ihren besonderen Charakter geben. Anders als die Wiesenflächen südlich des Königsbüscher Wäldchens wird die Fläche nicht bewirtschaftet oder gemäht und nur selten mit Schafen beweidet. So wachsen dort zahlreiche Hochstaudengewächse, die eine große Vielfalt an Insekten anzieht.
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TQ Wiese mit Schafen
© Martin Heuser, Wiese am TQ, Beweidung durch Schafe

Für das lokale Klima kommt der Wiesenfläche eine weitere besondere Bedeutung zu. Das lässt sich sogar beziffern. In den immer heißeren Sommern wirkt das Areal laut Stadt3 mit einer Bodenkühlleistung von 300-350 kWh/m² gegen die Aufheizung. Nur das Naturschutzgebiet im Königsbüscher Wäldchen hat eine höhere Kühlleistung zu bieten. Es erscheint paradox, dass einerseits darüber nachgedacht wird private „Steinvorgärten“ aus Klimaschutzgründen zu verbieten, während hier auf einen Streich 3 Hektar ökologisch bedeutsame Kühlfläche verschwinden soll.

Quellen:

  1. Stadt Bochum Geoportal, Umwelt und Klima ↩︎
  2. Stadt Bochum, Bebauungsplan 0281N,
    Plandetails | Stadt Bochum ↩︎
  3. Stadt Bochum, Umwelt und Klima,
    Umwelt und Klima ↩︎

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